Caritas Kinderdorf Irschenberg
Caritas - Nah. Am Nächsten.

Geprüft und empfohlen

Heilpädagogische Tagesstätte


Aufnahmealter
Kinder von der 1. bis zur 5. Klasse

Art der Gruppe
Heilpädagogische Tagesstätte

Platzzahl
3 Gruppen mit je 8 bis 9 Kindern pro Gruppe

Adresse
Heilpädagogische Tagessätte
Miesbacher Str. 22
83737 Irschenberg
Tel. (0 80 62) 70 95-240
Fax: (08062) 70 95 -240
E-mail: karl.brueckner@caritasmuenchen.de
Ansprechpartner
Karl Brückner (Leiter)

1. Kurzbeschreibung


Unsere Gruppe

Christian, 8 Jahre) Ich bin acht Jahre alt und gerade der Neueste in meiner Gruppe. In der Tagesstätte gibt es viele Buben, die – genau wie ich – alle Fußballfans sind ......... und 2 Mädchen, die aber trotzdem nett sind.

Fast jeden Tag komme ich um zwanzig nach zwölf aus der Schule, wenn noch nicht so viele Kinder in der Gruppe sind, weil die Großen meistens bis 1 Uhr Unterricht haben. Deswegen hat Frau Senser da auch am besten Zeit, mit mir alleine Lese- oder Schreibübungen zu machen, weil ich das noch nicht so gut kann. Aber ich hab´ jetzt schon einmal null Fehler in der Nachschrift gehabt.

Um eins gibt´s Mittagessen, und wenn jemand eine gute Note geschrieben hat, darf er eine extra Nachspeise austeilen. Einmal in der Woche muss jeder nach dem
Essen in der Küche mithelfen.
An den anderen Tagen haben wir erst noch mal Pause und spielen mit unseren
Spielzeugautos Rennen oder ich baus was ! Der Markus hat schon mal mein
Gebautes kaputt gemacht. Da musste er einmal den Küchendienst für mich machen.
Wenn es Streit gibt, hilft mir die Frau Senser - weil früher hab ich mich nix sagen getraut, wenn mich die Andern geärgert haben.

Immer um zwei Uhr gehen alle an ihren Hausaufgabenplatz. Ich bin jetzt manchmal schon vor drei Uhr fertig. Daheim haben die Hausaufgaben 3 Stunden gedauert, weil ich da nicht gewollt habe. Nach den Hausaufgaben geh ich meistens zur Seilbahn vor dem Haus, bis auch die Großen fertig sind und wir zum Fußballplatz gehen. Am liebsten mag ich es, wenn wir um vier Uhr mit 2 Erwachsenen zusammen in die Turnhalle gehen – da gibt es Spiele, bei denen keiner ausscheiden muss -- oder Fußball.

Am Mittwoch um vier ist immer unser „Stammtisch“, wo wir reden, spielen, oder es wird was vorgelesen. Am liebsten mag ich die Spiele, weil´s beim Reden immer so lange dauert, bis ich dran komm´! Heute ging´s um unsere Hüttenfreizeit in den Ferien. Da hab ich noch ein bisschen Schiss, weil ich noch nie eine ganze Woche von daheim weg war. Mit dem Stammtisch wären wir beinahe nicht fertig geworden bis um fünf, wo die Kleinbusse kommen, die uns heimbringen.

Was uns wichtig ist

Die Förderung der Kinder in der HPT ist eine familienstützende Maßnahme, die Eltern vorübergehend entlasten soll. Wir stützen und entlasten Eltern und Kinder, müssen aber auch mit ihnen zusammen Ziele erarbeiten, die von allen gemeinsam angestrebt werden. Die Betreuungszeit beträgt im Regelfall 2 Jahre. In dieser Zeit sollen Grundsteine gelegt werden, die ermöglichen, dass sich die Kinder in den Familien gesund und positiv weiterentwickeln können.

Unser pädagogisches Selbstverständnis

Im Mittelpunkt unseres pädagogischen Ansatzes steht das Kind mit seiner Familie. Beide werden mit ihren Stärken, Schwächen und Grenzen gesehen. Die Kinder und ihre Familien sollen sich bei uns angenommen und wertgeschätzt fühlen und werden nicht nur von ihren Problemen sondern auch von ihren Fähigkeiten her gesehen.

Um Veränderungen zu ermöglichen, brauchen wir die Zustimmung und das Mitwirken des Kindes und der Eltern.

Gruppenstruktur

In jeder Gruppe gibt es 8 bis 9 Kinder, die in der Regel das Sonderpädagogische Förderzentrum Irschenberg besuchen. Sie besuchen die 1. bis 6. Klasse und sind 6 bis maximal 13 Jahre alt.
Sie leiden alle unter Schulschwierigkeiten, die die verschiedensten Ursachen haben können. Damit verbunden treten bei ihnen Mängel im Selbstwertgefühl oder auch Ängste auf, die sich ganz unterschiedlich äußern können. Meist entstehen dadurch auch Probleme im Umgang mit anderen Kindern.

Infrastruktur

Die HPT befindet sich in einer geräumigen Doppelhaushälfte des Caritas-Kinderdorfes Irschenberg. Eine Gruppe hat ihre Räume im Souterrain des Nachbarhauses, der mittels Durchgang mit den übrigen Räumen verbunden ist. Jede Gruppe hat einen großen Gruppenraum mit 2 Nebenräumen zur Verfügung. Gemeinsam genutzt wird die Küche des Hauses. Die einzelnen Gruppen sind damit räumlich voneinander abgegrenzt, haben aber dennoch Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten aller Art.

Zusätzlich können an einzelnen Tagen die Turnhalle oder der Werkraum der Schule für gruppenübergreifende Freizeitangebote genutzt werden. Täglich und immer wird das großzügige Außengelände des Kinderdorfes mit diversen kindergerechten Spielgeräten in Anspruch genommen. Das Mittagessen bezieht die HPT aus der Großküche des Kinderdorfes.

Gruppenübergreifend genutzt werden die Räume für Therapie und Einzelförderung, Elterngespräche und Büro.

Unsere Mitarbeiter - Betreuungszeiten

In jeder Gruppe arbeiten zwei sozialpädagogische Fachkräfte (Sozialpädagogen oder Erzieher). Wir arbeiten nach einem Bezugsbetreuersystem, bei dem jede Kraft für bestimmte Kinder hauptverantwortlich und zuständig für die wichtigen Belange eines Kindes ist, wie zum Beispiel:
  • Ansprechpartner bei Problemen 
  • Vorbereitung und Ausarbeitung des Erziehungsplanes (in Zusammenarbeit mit der Kollegin und dem Fachdienst) 
  • tägliche Betreuung bei den Hausaufgaben 
  • monatliche Gespräche mit der Lehrkraft des Kindes, 
  • Teilnahme an der Elternberatung, ……..etc. 
Die HPT betreut die Kinder an allen Schultagen ab Schulschluss (frühestens 11.20 Uhr) bis 17.00 Uhr. Zusätzlich werden Ferienfreizeiten mit den Kindern unternommen – in der Regel zweimal im Jahr für je eine Woche. Wir betreuen die Kinder damit 200 Tage im Jahr. An zehn weiteren Ferientagen gibt es eine gruppenübergreifende Ferienbetreuung in der HPT, die Kinder nutzen können, deren Eltern berufstätig oder anderweitig besonders belastet sind.

2. Leistungen - Angebote


Die HPT erbringt die mit den einzelnen Jugendämtern besprochenen Leistungen nach der festgelegten Leistungsvereinbarung.
Die Schwerpunkte unserer Arbeit seien im Folgenden vorgestellt:

Betreuung der Kinder

Sowohl während der Betreuung an Schultagen als auch bei Freizeitmaßnahmen an schulfreien Tagen achten wir darauf, dass die Kinder einen strukturierten Tagesablauf vorfinden, der es ihnen ermöglicht, sich zu orientieren und den Halt zu finden, den sie brauchen. Wichtig sind auch Grundregeln des Umgangs miteinander, die die Atmosphäre des Hauses prägen. Auf dieser Grundlage ist es möglich, und annehmend auf jedes einzelne Kind einzugehen, es in seinen Bedürfnissen ernst zu nehmen und es individuell zu fördern. Die Förderung zielt darauf ab, z. B.:
  • das Selbstwertgefühl zu stärken 
  • Wahrnehmungsstörungen zu lindern 
  • bis jetzt blockierte Entwicklungsschritte nachzuholen 
  • den Umgang mit anderen zu verbessern 
  • ein Kind selbständiger werden zu lassen 
  • den Umgang mit Grenzen zu erlernen 
  • das Kind an angemessene Leistungsanforderungen hinzuführen, … usw. 
Arbeit mit Eltern

Die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus ist von größter Wichtigkeit. Elterngespräche finden mindestens alle 4 Wochen statt und sind Voraussetzung dafür, dass ein Kind von uns betreut werden kann.

Die Beratungsgespräche können am Vormittag oder abends ab 17 Uhr stattfinden und werden individuell mit den Eltern vereinbart, so dass beide Elternteile die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen. Bei Bedarf können auch Großeltern oder andere wichtige Bezugspersonen des Kindes mit einbezogen werden.

In der Regel wird die Beratung von einer Kraft des gruppenübergreifenden Fachdienstes und dem/r Bezugbetreuer/in durchgeführt.

Erziehungs- und Hilfeplanung
  • Mit Hilfe der Eltern und auch durch Gespräche mit den Lehrern des Kindes, versuchen wir Ursachen für die Probleme des einzelnen Kindes herauszufinden. Dies ist die Grundlage, um einen individuellen Erziehungs- und Förderplan zu erstellen, der vom Team gemeinsam erarbeitet wird. Der Erziehungsplan ist dabei nicht als festgeschriebenes Rezept zu verstehen. Er verändert sich mit dem Entwicklungsstand und den momentanen Problemen des Kindes.  
  • Die Entwicklung des Kindes wird regelmäßig reflektiert und dokumentiert. Die kostentragenden Ämter erhalten nach einem Jahr einen Bericht darüber.  
  • An der Hilfeplanung sind das Jugendamt, die Eltern und die HPT beteiligt. Hier wird besprochen und schließlich festgelegt, wie lange die Hilfe geeignet und notwendig ist oder auch welche niederschwelligere Hilfe im Anschluss an die Maßnahme erforderlich ist, damit das Kind sich in der Familie gesund und positiv weiter entwickeln kann. 
Unterstützung und Förderung schulischer Ausbildung
Die Förderung schulischer Ausbildung hat einen hohen Stellenwert in unserer Einrichtung, da das schulische Fortkommen der von uns betreuten Kinder bei allen erheblich gefährdet ist. Der Betreuer in der Gruppe fördert Kinder im Rahmen seiner zeitlichen Möglichkeiten und in Absprache mit der Lehrkraft auch einzeln (Lernprogramme, regelmäßige Übungen in Problemfächern,….. ). Bei Kindern mit besonderem Bedarf wird auch der Fachdienst mit einer Stunde wöchentlich für Einzel- oder Kleingruppenförderung eingesetzt.

Qualitätsentwicklung

Fallbesprechungen und das Erarbeiten von Erziehungs- und Förderplänen wird grundsätzlich in wöchentlicher Teamarbeit mit Kräften des Fachdienstes durchgeführt. Sie verfolgen auch den Entwicklungsverlauf der einzelnen Kinder und beraten die Mitarbeiter der Gruppen im Umgang mit der Gruppe und schwierigen Situationen.

Die Mitarbeiter nutzen ihren Anspruch auf fünftägige Fortbildung pro Jahr.

Die Entwicklungsfortschritte der Kinder und ihr weiterer Förderbedarf werden im Entwicklungsbericht und im Hilfeplan mindestens jährlich überprüft.

3. Fachdienst

  • Die Psychologin arbeitet gruppenübergreifend und ist zuständig für psychologische Tests und Diagnostik, spieltherapeutisch orientierte Stunden bei Kindern mit emotional besonders hohem Bedarf, Elterngespräche und die Beratung des Teams.  
  • Im gruppenübergreifenden Fachdienst arbeitet auch die Leiterin der Einrichtung, sowie eine Sozialpädagogin mit famlientherapeutischer Zusatzausbildung. Beide sind zuständig für Elterngespräche und Einzelförderungen von Kindern mit besonderem Bedarf, sowie die Beratung der Betreuer in der Gruppenarbeit. 



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